Heimische Rinde
Die heimische Rinde stammt aus Sägewerken und wird einer mindestens vierwöchigen Lagerung unterzogen, bei der sich wachstumshemmende Inhaltsstoffe abbauen. Nach der Zerkleinerung entstehen durch Siebung verschiedene Körnungsklassen: fein (0–15 mm, 10–25 mm) oder mittel (10–40 mm). Verwendung als Bodenabdeckung gegen Unkrautkeimung und Erosion.
Mediterrane Pinienrinde
Die Rohrrinde stammt aus Frankreich, Portugal und Spanien. Die Pinienrinde wird meistens schonend ohne Schreddervorgang in verschiedene Körnungen fraktioniert und über eine spezielle Siebtechnik von den Faser- und Bastteilen befreit. Pinienrinde ist optisch ansprechend — allerdings im Vergleich zu Produkten aus heimischer Rinde wesentlich teurer.
Entgegen der landläufigen Meinung wird der pH-Wert des Bodens durch eine Auflage mit Rindenmulch nicht wesentlich abgesenkt.
Rindenhumus
Rindenhumus ist der feine Rindenanteil (0–15 mm), der einer Fermentierung (Kompostierung) in Mieten unterzogen wird. Er ist ein wertvoller Zuschlagstoff für Erden und Substrate: Im Substrat kann er Nährstoffe speichern und bedarfsgerecht wieder abgeben (Pufferung), gewährleistet eine Stabilisierung des pH-Wertes und gilt als strukturstabiler Zuschlagstoff für verbesserte Drainage. Produktion erfordert Sauerstoffzufuhr und mindestens 6 Monate Reifezeit.
Rindenprodukte richtig ausschreiben
Eindeutige Ausschreibungstexte mit klaren Leistungsbeschreibungen erleichtern allen Beteiligten die gewissenhafte Ausführung. RAL-gütegesicherter Rindenmulch mit 0–40 mm Körnung existiert im Handel nicht — der Feinanteil unter 10 mm wird bei zertifizierten Produkten ausgesiebt.
Empfohlener Ausschreibungstext: „Rindenmulch (RM) mit dem Gütezeichen RAL ‚Substrate für Pflanzen' RAL GZ 250"
Qualität von Rindenmulch — Böse Überraschungen sind vermeidbar
Bei nicht RAL-gütegesicherten Rindenmulchprodukten treten immer wieder Qualitätsprobleme auf: Fremdstoffe, inhomogene Körnungen, erhöhte Schwermetallwerte. Die Ursachen liegen in Rohstoffknappheit und fehlender Begriffsschützung. Qualitätskriterien umfassen Körnungsklassen (fein 0–20 mm, mittel 10–40 mm, grob 10–80 mm), Holzanteil, artfremde Stoffe, Schwermetalle, Insektizidrückstände und pflanzenschädigende Stoffe.
Rindenmulch — Anwenderinformationen
Herkunft: Unter Rindenmulch versteht man zerkleinerte Nadelholzrinde ohne weitere Zusätze.
Produktformen:
- Fichtenmulch (Picea abies) — fein 0–15 mm, mittel 10–25 mm, 10–40 mm
- Kiefernrinde (Pinus sylvestris) — rötlich, 0–8 mm, 7–15 mm, 15–25 mm, 10–40 mm
- Mediterrane Pinienrinde (Pinus pinaster, P. halepensis) — „Der Benz unter den Rindenmulchen"
- Gefärbter Rindenmulch — tatsächlich gefärbte Holzhackschnitzel, keine Rinde
Funktionen: Unterdrücken von Samenunkräutern, ausgleichende Wirkung auf Temperatur- und Wasserhaushalt, Erosionsschutz.
Anwendung: Fläche lockern und von Unkräutern befreien. Bei flachwurzelnden Gehölzen: N-Ausgleichsdüngung mit Hornspänen (70–100 g/m²). Schichtdicke 5–7 cm (feine Körnungen 3–5 cm). Nur auf oberste Bodenschicht, nicht einarbeiten. Mittlere/gröbere Körnungen als Wegbelag möglich.
Pflege: Alle 2–3 Jahre auf 5–7 cm auffüllen. Zersetzung erzeugt wertvollen Humus. Leichter Schimmelbefall in Säcken ist tolerierbar. Pilze auf gemulchten Flächen sind natürlich (inkl. Gelbe Lohblüte/Fuligo septica). Der pH-Wert des Bodens wird durch Rindenmulch nicht versauert.
→ PDF: Anwenderinformationen Rindenmulch
→ PDF: Böse Überraschungen sind vermeidbar (DeGa 22/2008)
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